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Aktuelles

Wozu Geografie in der Schule?


Geografie bildet – Geography Matters

„Geografie bildet, Geography matters befanden SchülerInnen[1] und plädierten für die Gleichstellung der Geografie mit anderen gesellschafts- und naturwissenschaftlichen Fächern an Schulen des Landes Bremen und bekundeten den Wunsch Geografie als schriftliches Prüfungsfach im Abitur zuzulassen.

Geografie bildet                                                                           

Die Erfassung und Bewertung der naturräumlichen, wirtschaftlichen und sozialen Gegebenheiten von Räumen führt zu einem vertieften Verständnis ihrer sehr unterschiedlichen Entwicklungspotentiale, aber auch zu besonderen Herausforderungen. Geografie als Raumanalyse und –bewertung regt an, Entwicklungsprozesse auf lokaler, regionaler und globaler Ebene kritisch zu hinterfragen und auf Nachhaltigkeit zu untersuchen.

·         Klimawandel - Fakt oder Fiktion?

·         Energiewende - Weiter so wie bisher?

·         Bevölkerungsentwicklung - Genug Nahrung für alle?

·         Flucht und Migration - Ausmaß, Ursachen, Folgen und Anpassung? 

·         Landraub in Afrika: Gummi, Biosprit, Rosen und Kaffee für Europa - Geht das?

Geografie bildet, weil sie das eigene Handeln und unseren Lebensstil in Frage stellt. Durch unseren Konsum, unsere Lebensweise und unsere Einstellungen nehmen wir Einfluss auf unsere Wirtschaft, Mitmenschen und Umwelt lokal und global – ob wir wollen oder nicht.

Lokal

·         15% Rabatt auf ein Teil der H&M Conscious-Collection!“ Woher kommt meine
         Kleidung? Ist sie fair in Bangladesch produziert?


·         „lol“ - Was hat mein Smartphone mit dem Konflikt im Kongo zu tun?

·         Bremen: Lass uns am Samstag doch ins „Viertel“ gehen!!“ Stimmt es, dass das
         Teile des Viertels abgerissen werden sollten?“


·         Ist Bremen wirklich so arm im Bundesvergleich? Wenn ja, warum und was ist zu
         tun? 


Regional

·         Wieso bebt die Erde bei uns in Niedersachsen? Was bedeutet dieses Fracking?

·         Wenn ich Urlaub in Italien mache, muss ich dann mit Flüchtlingen an den
         Stränden rechnen?


Global    

·         Alle sprechen vom globalen Klimawandel. Davon habe ich in Bremen noch nichts
         gemerkt. Oder gibt es das Phänomen „Nasse Füße in Bremerhaven“ auch bei
         uns?


·         Wasser kommt doch aus dem Wasserhahn, warum sollte ich sparsam damit
         sein? Warum kaufen internationale Unternehmen riesige Wasserspeicher in
         Indien?


Hier werden Fragen gestellt, die das Fach Geografie mit seinem fächerverbindenden raumanalytischen Ansatz zwischen Natur, Wirtschaft und Gesellschaft umfassend bearbeiten und beantworten kann.

Geografie bildet, weil sie sich moderner Methoden der Fernerkundung, Geländekartierung und Geoinformationsverarbeitung bedient und Ergebnisse in informativen Grafiken und    Karten präsentiert. Mit diesen Methodenkenntnissen schafft die Geografie ein kritisches Bewusstsein für raumbezogene Produkte und Informationsqualität unseres Alltags:

·         Was soll ich tun, wenn mein Navi während einer Städtetour ausfällt?

·         Kann ich mich auf die Fahrradrouten der Stadtplan App wirklich verlassen?

·         Können Karten und Infografiken lügen und mich damit bewusst falsch informieren?

Geography matters

- verstanden als systematische Raumerfassung und -bewertung zusammen mit moderner Fernerkundung und Geoinformatik ist unverzichtbar in vielen modernen Berufsfeldern, z. B.: 

·         Risikobewertung von Naturgefahren für Versicherungen → Sachbearbeiter

·         Internationale Entwicklungszusammenarbeit → Projekt Manager

·         Standortanalyse für Unternehmen → Unternehmensberatung

·         Logistik, Transport und Verkehr → Schifffahrtskaufmann    

·         Wetterdienst und Unwetterwarnungen → Meteorologe

·         Land- und Forstwirtschaft → Agronom

·         Raum-/ Stadtplanung → Raumplaner

·         GeoInformatik → IT-Spezialist

·         Klimaforschung → Geograf

·         Umweltschutz → Biologe

·         Statistik → Demograf

·         Medien → Journalist

 

Geografie ist also mehr als Stadt-Land-Fluss und betrifft uns alle direkt!


Deshalb fordern wir für Erdkunde/Geografie aller Schulen des Landes Bremen:

1.     Unterricht durch Geografie-Fachlehrkräfte im Doppelstundentakt!

2.     Verbindliches Einhalten der Kontingentstundentafel!

3.     Schriftliches Prüfungsfach für MSA!

4.     Schriftliche Prüfungen für Grund- und Leistungskurse im Abitur!

 

Geografie bildet - geography matters

Petition:

Petition zum Thema Auflösung des Faches Erdkunde/Geografie in Schulen des Landes Bremen
  
Geografie bildet, Geography matters. Dieser Erkenntnis ist das Land Bremen seit Jahrzehnten gefolgt und hat dem Fach Geografie einen großen Stellenwert in der Bremer Schullandschaft eingeräumt.
 
Die Bedeutung des Faches Erdkunde/Geografie liegt in ihrem einzigartigen fächerverbindenden Charakter. Dieses wird deutlich formuliert im derzeitig gültigen Bremer ‚Bildungsplan Geografie für die Gymnasiale Oberstufe‘ [1]:

 „Der Geografieunterricht als ein zentrales Fach der Umwelterziehung thematisiert grundlegenden politische, soziale, kulturelle, wirtschaftliche, ökologische und demographische Entwicklungen sowie daraus entstehende Veränderungen und Probleme. Er ermöglicht, Lösungsansätze zu bewerten und Lösungen zu entwickeln.“ (S. 5)
und
„Der Geografieunterricht verbindet naturwissenschaftliche und sprachliche Fragestellungen und ist somit vernetzend, integrativ, fächerübergreifend und fächerverbindend. Strukturen und Veränderungen von Lebenswelten werden systematisch erfasst, erklärt und in Beziehung gesetzt.“  (S. 5)

Mit Bedauern und großer Sorge stellen wir daher fest, dass der Unterricht im Fach Erdkunde/Geografie in starkem Maße in den Bremer und Bremerhavener Schulen abgenommen hat. Sollte sich diese Tendenz fortsetzen,  ist zu befürchten, dass das bei Schülerinnen und Schülern beliebte Fach in kurzer Zeit nicht mehr an den Schulen des Landes Bremen unterrichtet werden wird. Ursachen und Folgen lassen sich auf veränderte Bedingungen in der Schulpolitik des Landes Bremen zurückführen.

Ursachen für diese Wertminderung liegen in dem schulpolitischen Umgang mit dem Fach im Land Bremen:

  1. Die Unterrichtsstunden für das Fach Erdkunde wurden in den Klassen  
      5 bis 10  der Oberschule gekürzt gegenüber der Stundenzuteilung im  
      bisherigen Schulsystem. Im aktuellen Bildungsplan für die Oberschule  
     [2] stehen 17 Wochenstunden zur Verfügung für das Fach ‚Gesellschaft
     und Politik‘ in diesem Zeitraum.  Damit entfallen auf die ‚Geografische
     Dimension‘ weniger Wochenstunden als vorher dem Fach Geografie zur
     Verfügung standen.
  2. Betrachtet man die zu behandelnden Themenbereiche so stellt man
     fest, dass die ‚Geografische Dimension‘ neben der Stundenreduzierung
     auch einen stark reduzierten Anteil an den Inhalten im Vergleich zu den
     beiden anderen Fächern Geschichte und Politik hat. Die Vermittlung
     topografischen Wissens spielt nur noch eine untergeordnete Rolle.
     Hinzu kommt, dass nur ein Teil der LehrerInnen, die das Fach
     Gesellschaft und Politik unterrichten, die Lehrbefähigung für das Fach
     Geografie hat.
   3. Die Liste der Operatoren im Anhang des Bildungsplans für die
     Oberschule weist nur noch Operatoren für die Fächer Geschichte und
     Politik aus, nicht mehr für das Fach Geografie. In der Gymnasialen
     Oberstufe ( GyO)  hat das Fach eine eigene Operatorenliste, die sich
     unterscheidet von den Listen der Fächer Geschichte und Politik. Eine
     Vorbereitung der SchülerInnen auf eine GyO wird dadurch zusätzlich
     erschwert.  
   4. Der Bildungsplan für das Gymnasium Jahrgangsstufe 5 – 6 [3] fasst die
      Fächer Geschichte, Geografie und Politik zum Fach ‚Welt-Umweltkunde‘
      zusammen. Die geforderten fachlichen Kompetenzen sind sehr
      umfangreich, jedoch hat auch hier erfahrungsgemäß nur ein Teil der
      WUK-unterrichtenden LehrerInnen die Lehrbefähigung für das Fach
      Geografie.
   5. Im Bildungsplan für die Primarstufe und Sekundarstufen I & II
      Medienbildung, Entwurfsfassung Juni 2012 [4], taucht das Fach
      Erdkunde/ Geografie gar nicht mehr auf. Und damit werden
      wesentliche geografische Inhalte wie digitale Karten und Atlanten,
      Google Earth, Google Maps, als feste Bestandteile unseres
      täglichen Lebens, sowie wesentliche Kompetenzbereiche digitaler
      Medien gar keine Berücksichtigung in Schulen des Landes
      Bremen finden.  

In der Sekundarstufe II setzt sich die Wertminderung des Faches Geografie fort – soweit das Fach überhaupt noch in den Schulen    angeboten wird.  

   6. Der Grundkurs Geografie kann nur als mündliches Prüfungsfach für das
      Abitur angewählt werden. Eine Anwahl als schriftlich geprüftes 3.
      Prüfungsfach ist nicht mehr möglich.  

Als Folge dieser veränderten Bedingungen ist festzustellen, dass die Anwahlzahlen sowohl für die Grund- als auch die Leistungskurse Geografie stark zurückgegangen sind. Dieser Rückgang führte dazu, dass in mehreren Schulen im Land Bremen das Fach Geografie nicht mehr in der Sekundarstufe II unterrichtet wird.
Dies dürfte auch dazu führen, dass die Ausbildung von Geografie - LehrerInnen an der Universität Bremen rückläufig werden wird, da nur noch ein verringerter Bedarf an entsprechend ausgebildeten LehrerInnen besteht.
Um den Zielsetzungen aus den Bildungsplänen gerecht zu werden, ist eine Weiterentwicklung der Bremer Schulpolitik dringend notwendig.  

Wir schlagen daher vor:
1. Den Stellenwert der Geografie als einziges  fächerverbindendes Fach zwischen Natur- und Gesellschaftswissenschaften mit folgenden Schwerpunkten aufzuwerten und zu erweitern:
  a. Fachkompetenz: Vertiefung der Nachhaltigen Entwicklung unter den
     Aspekten der Wirtschaftlichkeit, sozialer Gerechtigkeit und
     Umweltverträglichkeit auf lokaler wie globaler Ebene.
  b. Methodenkompetenz: Einführung in digitale GeoMedien und
     Geoinformatik zur Erfassung, Bewertung und Visualisierung komplexer
     Raumstrukturen; Kennenlernen angewandter Geo-Informatik in
     unterschiedlichen Berufsfeldern (z.B. Stadt- und Umweltplanung,
     Landesvermessung, Wirtschaftsinformatik, usw.).
  c. Handlungskompetenz: Zeigen, wie politisches Engagement in einer
     vernetzten Welt funktionieren kann, wie sich der Einzelne in politische
     Entscheidungsprozesse einbringen kann.

2. In der Oberschule:
  a. Eigenständiger Geografie Unterricht,
  b. Doppelstündig  von Fachlehrkräften unterrichtet.  

3. In der Sekundarstufe I:
  a. Eigenständiger Geografie Unterricht und Ausweitung der
     Stundenzahl,
  b. Doppelstündig  von Fachlehrkräften unterrichtet.

4. In der Sekundarstufe II:
  a. Änderung der KMK-Bedingungen: Dadurch, dass aus den Fächern
     Deutsch, Englisch und Mathematik zwei der Fächer als Prüfungsfächer
     für das Abitur gewählt werden müssen und gleichzeitig im Aufgabenfeld
     2 vier Kurse Politik oder zwei Kurse Geschichte verpflichtend sind,
     werden andere Fächer des Aufgabenfelds 2
    (gesellschaftwissenschaftliches Aufgabenfeld) weniger angewählt. Eine
     Erweiterung der Anwahlmöglichkeiten , die eine Auswahl zwischen
     Politik, Geschichte und Geografie zulässt, würde dem Stellenwert
     des Faches eher gerecht werden.
  b. Geografie Leistungskurs: Aufnahme als schriftliches Prüfungsfach im
     Zentralabitur
  c. Geografie Grundkurs: Anwahl als schriftlich geprüftes 3.
     Abitur-Prüfungsfach ermöglichen.
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[1] Die Senatorin für Bildung und Wissenschaft (Hrsg.),  
     Geografie – Bildungsplan für die Oberstufe. Bremen 2008
[2] Die Senatorin für Bildung und Wissenschaft (Hrsg.),
     Gesellschaft und Politik – Bildungsplan für die Oberschule,
      Jahrgangsstufe 5 -10. Bremen 2010
[3] Der Senator für Bildung und Wissenschaft (Hrsg.), Welt-Umweltkunde,
     Geschichte, Geografie, Politik, Jahrgangsstufe 5 – 10. Bremen 2006
[4] Die Senatorin für Bildung, Wissenschaft und Gesundheit (Hrsg.),
     Medienbildung (Entwurfsfassung). Bremen 2012



Die Antwort der senatorischen Behörde

Die Antwort an die senatorische Behörde