Infotag Bremen 2017
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5. Norddeutscher Schulgeographentag 2017
24./25. März 2017

Thema: "Naturgewalten: Faszinierend und bedrohlich zugleich"

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Bremerhaven: Deutsches Schifffahrtsmuseum mit Museumshafen, Havenwelten mit Sail City Hotel, Klimahaus und Einkaufszentrum Mediterraneo
Bremerhaven: Museumshafen mit Seute Deern
Überseemuseum Bremen
Windmuehle am Wall

Geo-Infotag

9. Bremer Geo-Infotag am 18. Mai 2017:
Thema: "Entwicklung und Globalisierung im Geografieunterricht"

Der 9. Bremer Geo-Infotag findet statt  am 18. Mai 2017 (in der Zeit von 14.00 - 20.00 Uhr) im Schulzentrum Rübekamp, Rübekamp 37 - 39, 28219 Bremen, 2. Obergeschoss (Restaurant)

14.00 Uhr   Offener Anfang mit Buchausstellungen der Verlage
                 bms-Westermann und Klett sowie der LIS-Mediengruppe und
                 der Umweltorganisation "3/4plus"

15.00 Uhr    kurze Begrüßung / Hinweise und Termine

15.15 Uhr    Dr. Jutta Breyer (Lloyd Gymnasium / LFI
                   Bremerhaven):

                "Liberias Palm-Öl-Expansion - Entwicklungschance oder
                 Landraub?"
               
 (Langjährige staatliche Pachtvergaben an internationale
                   Unternehmen gelten in vielen Ländern als Modell für ausländische
                   Direktinvestitionen und nationale Entwicklungschance. Aber dieses
                   Modell ist heftig in die Kritik geraten. So scheint Liberia, eines der                       ärmsten Länder Westafrikas, am Scheideweg zustehen zwischen                           Landraub ungeheuren Ausmaßes und fairen
                   Landvergabepraktiken  nach neuem nationalen Landrecht und
                   internationalen Standards. Hier geht es um eine Bestands-
                   aufnahme der sehr komplexen Realität am Beispiel der                                        Palm-Öl-Expansion.)

16.15 Uhr    Pause; Verlagsaustellungen; Buffet; Gespräche

17.00 Uhr    Schul- und unterrichtspraktische Workshops:
                1. Planung von GU zum Thema "Entwicklung"  mit der Methode                 "fragend-entwickelnder Unterricht" (Dr. Fried Meyer zu Erbe,                     Universität Bremen)
                2. Erstellung von Klausuren nach ARI an exemplarischen                         Beispielen (Gerhard Dahlke, Fachgutachter Geografie)
                3. Binnendifferenzierung und Heterogenität im GU (Maike                         Cordes, LIS Bremen)
                4. Aktuelle Prozesse und Projekte der Stadtentwicklung in                       Bremen - Erkundungen und praktische Übungen (Ernst-                           Wilhelm Zachow, Gymnasium Vegesack; früher:
                Ökologiestation Bremen-Nord)
                5. Entwicklung von Migrationen - dargestellt an Ausstellungen                 des Auswandererhauses Bremerhaven (Jooachim Kussin,
                früher: Lloyd Gymnasium Bremerhaven)
                6. Spiele im Geografieunterricht (Baki Nalincioglu, Gymnasium                     Vegesack)
                7. Astronomie im GU (Matti Wiemers, Altes Gymnasium /                         Planetarium Bremen)

18.00 Uhr    Pause; Buffet; Ausstellung der Workshop-Ergebnisse;                             Gespräche

18.30 Uhr    Jahresmitgliederversammlung des LV Bremen

19.30 Uhr    Ende



8. Bremer Geo-Infotag in Bremen am:
"Der Klimawandel im Geografieunterricht"


 Dr. Hans Oerter (AWI Bremerhaven):
 "Der Klimawandel - Antworten aus dem Archiv der polaren Eisschilde"    

 Joachim Wagner (Gymnasium Horn):
 "Die Weiten Kanadas - ein Reisebericht"
               
 Schul- und unterrichtspraktische Workshops:
 1) Planung von Unterricht zum Thema Klimawandel (NN)
 2) Erstellung einer Klassenarbeit / Klausur zum Thema
     Klimawandel (Gerhard Dahlke, Fachgutachter Geografie bei                        der Senatorin für Kinder und Bildung)
 3) "Hochwasserfrei an Bremerhavener Schulen?" - Folgen eines                        klimabedingten Meeresspiegelanstiegs im Modell am PC (Dr. Jutta               Breyer, LFI Bremerhaven und Fachgutachterin bei der Senatorin für             Kinder und Bildung; Günther Riemann, Lloyd Gymnasium Bremerhaven)
 4) Heterogenität im Geografieunterricht (Maike Cordes, LIS Bremen)
 5) Spiele im Geografieunterricht (Baki Nalincioglu, Gymnasium Vegesack)


7. GEO-Infotag in Bremen:
    "Umgestaltung und Inwertsetzung von
     Räumen"


7. Bremer GEO-Infotag am Donnerstag, den 21. Mai 2015
Thema: "Umgestaltung und Inwertsetzung von Räumen"

Prof. Dr. J.- F. Venzke, Universität Bremen:
"Grönland - anthropogene und klimatische Einflüsse verändern und gestalten"

Prof. Dr. J. Lossau, Universität Bremen:
"Konflikthafte Umnutzung eines ehemaligen Flughafens:
 Das Tempelhofer Feld in Berlin"


Für alle Kolleginnen und Kollegen, die nicht an der Veranstaltung teilnehmen konnten, hier eine Zusammenfassung der Vorträge:

Vortrag von Prof. Dr. Venzke:
Ausgehend von einem kurzen historischen Rückblick der Entdeckungs- und Besiedlungsgeschichte Grönlands (Erik der Rote, 982) und einer klimatischen Einordnung skizzierte und veranschaulichte J.-F. Venzke seine Eindrücke während einer Exkursion in Westgrönland im Sommer 2014. Zunächst erläuterte er anhand von Grafiken und Bildern, wie sich die aktuellen Siedlungsmuster aus den Siedlungsaktivitäten und –mustern der Wikinger (Torfhäuser, Einzelhöfe) im Mittelalter bis in die Gegenwart entwickelten. Parallel dazu bildeten sowohl die historische als auch die gegenwärtige Anpassung der landwirtschaftlichen Produktion an die jeweiligen Umweltbedingungen einen weiteren Schwerpunkt der Ausführungen (Schafzucht, Heuproduktion). Hier wurde auf Knud Rasmussen und dessen Forschungen über die Innuit verwiesen. Der Fischfang bzw. die Fischprodukte waren (Walfang, Tranproduktion (17./18. Jh.) und sind auch gegenwärtig eindeutig die Hauptakzente der grönländischen Wirtschaft. Insgesamt ist die Handelsbilanz Grönlands wegen der Monostruktur nahezu konstant negativ. Der Blick auf mögliche submarine Rohstoffquellen und deren Ausbeutung führte kurzfristig zu einer Art „Erdölfieber“, dessen Kurve sich aber bereits wieder senke, so Venzke, denn die Ressourcennutzung sei mit erheblichen Risiken behaftet, nicht zuletzt wegen der erheblichen „Eisbergproduktion“ durch rezent zunehmende Gletscherabbrüche und deren Driften in den Labradorstrom der westgrönländischen Gewässer, wie der Referent es formulierte. Auch existierten Überlegungen, die vorhandenen und klimatologisch bedingten Rückschmelzprozesse für Stauvorhaben zur Energieproduktion zu nutzen. Des Weiteren wurde auf einige demografische und siedlungsgeografische Besonderheiten hingewiesen. Von Grönlands 52000 Einwohnern leben 15000 in Nuuk; hier gibt es eine Mischung von traditioneller Bauweise und moderner Hochhausarchitektur (alle wegen des Permafrostbodens geständert und teilweise im Widerspruch zur Wohntradition der Innuit). Die grönländische Infrastruktur ist insgesamt sehr begrenzt; eine geregelt Entsorgung ist, vor allem in der „Peripherie“, kaum gewährleistet.

Vortrag von Prof. Dr. Lossau:
Frau Lossau von der Uni Bremen skizziert in ihrem interessanten und kurzweiligen Vortrag einmal die historische Entwicklung des Flughafens Tempelhof (und dessen – besonders für West-Berliner während des Kalten Kriegs entwickelte – besondere symbolische Bedeutung (Blockade, Rosinenbomber, Luftbrückendenkmal (1951), Freiheit). Zum anderen ist die bereits 1996 getroffene Entscheidung für den Großflughafen BER in Schönefeld und deren Folgewirkungen bedeutsam, die dazu führte, dass der Flugverkehr am 31. Oktober 2008 eingestellt wurde. (Bild 2; Frau Prof. Dr. Julia Lossau mit Gerhard Dahlke (1. Vorsitzender VDSG/Bremen))   Frau Lossau widmete sich nun den Konflikten, die bei der Umnutzung auf der Grundlage senatorischer Planungen entstanden und über die in den Medien intensiv berichtet wurde. Es wurden verschiedene Masterpläne vorgestellt, die unter der senatorischen Vorgabe „Zukunftslabor für urbanes Leben im 21. Jahrhundert“ entwickelt wurden Die Fläche sollte multifunktional genutzt werden (Bildung, Sport, Freizeit, Wohnen ...). Im Juni 2009 wurde im Zusammenhang mit umfangreichen Demonstrationen gegen eine drohende Gentrifizierung der angrenzenden Viertel im Gefolge einer geplanten (Luxus-)Bebauung das Flughafengelände besetzt. 2010 wurde der so genannte „Park“ eröffnet, der wegen seiner zentralen Lage und Größe von der Bevölkerung sehr gut angenommen wurde. Die Auseinandersetzungen der folgenden Jahre über die Art der Nutzung und Bebauung führten dazu, dass sich die Berliner 2014 im Rahmen eines Volksentscheids gegen eine Bebauung und für die weitere Nutzung des Geländes als „Park“ entschieden. Daraus entwickelte der Senat einen so genannten  „Entwicklungs- und Pflegeplan“.
Dazu wurden von Frau Lossau einige Dimensionen vorgestellt und deren Konfliktpotenzial kritisch reflektiert.
- Bereich Kreativität: Nach den Vorstellungen des Senats wird Berlin in seiner Rolle als wichtig(st)es deutsches „Kreativzentrum“ gesehen und in diesem Zusammenhang sollte die Zentral- und Landesbibliothek auf diesem Gelände errichtet werden. „Bibliotheks- und parkbezogene Aktivitäten“ sollten – theoretisch - miteinander verknüpft werden.
- Bereich Ökologie: Hier sollte im Kontext einer Nachhaltigkeitsstrategie ein „ökologisch wichtiger Freiraum inmitten der Stadt“ entwickelt werden. Auf die sehr unterschiedliche Dimensionierung von Feldlerchenschutzräumen und sehr begrenzten eingezäunten Freilaufbereichen für Hunde wurde in diesem Kontext verwiesen.
- Bereich Gentrifizierung: Berlin als Hauptstadt des Gentrifizierungsdiskurses; Missverhältnis zwischen - gemessen an anderen Großstädten vergleichsweise - moderatem Mietpreisniveau und der Angst vor Verdrängung durch Wohlhabende. Konkurrenz der AAA-Gruppen (Arme, Alte, Ausländer) im traditionellen Neukölln durch Investoren, Spekulanten, Luxussanierung. Hier setzt die „inklusive Politik“ des Senats an mit der Ausschreibung so genannter „Pionierfelder“ (19 Projekte in 2014 verwirklicht; u.a. im angrenzenden Schiller-Kiez, der inzwischen zum „Modeviertel“ avancierte – mit entsprechenden Mietsteigerungen.)
- Bereich Partizipation: Es wurde zunächst die Möglichkeit der Online-Partizipation eingerichtet, die aber nach dem Volksentscheid kaum noch genutzt wird. Ein Signal dafür, dass Engagement und Reflexion nicht mehr für notwendig gehalten werden, da ja nun „alles bleibt, wie es ist“? Problematisiert wird, welche Initiatoren sich mit welchem Interesse in der Stadtentwicklung engagieren.